Thursday, August 09, 2007
Tschüß, Auto!
Leichter machts das aber auch nicht. Denn dann fragt man sich erst recht: Warum? Bleibt man spritfrei liegen, ok, muss man halt das nächste Mal eher tanken. Das verkraftet man leicht. Genauso, wie ich mittlerweile gelernt habe, dass man bei hohem Schnee nicht über Felder cruist, jedenfalls nicht wenn man einen Kleinwagen und keinen Jeep besitzt. Aber warum zur Hölle habe ich in absoluter Regelmäßigkeit - und damit meine ich so mindestens halbjährlich - Pannen, bei denen mich keine Schuld trifft?
Egal, jetzt jedenfalls reicht es. Die autorelevanten Sachen sind gepackt - Fahrzeugschein, Schlüssel, der Wisch von der Polizei - und in drei Stunden wird die Karre von der Vertragswerkstatt abgeholt. Wer weiß, ob ich sie je wieder sehe.
PS: Das ich sonst kaum noch blogge, hat bei mir - genau wie bei ihr - mit der Bachelorarbeit zu tun. Das hält einen ganz schön auf Trab. Ende September bin ich wieder da. Versprochen.
Saturday, July 21, 2007
Auto-Abenteuer
Passiert jedem mal, sagt ihr? Nun, ich war leider auf der A4. Und 500 Meter vor der nächsten Tankstelle. Schieben ging nicht. Ging bergauf. Also Warnblinke rein (war leider schon Nacht und entsprechend finster) und zur nächsten Tankstelle gefußt. Kanister und fünf Liter Super bestellt. Gerade mit dem Zurückfußen angefangen. Der Polizei begegnet.
"Ist das ihr Toyota?"
- "Ja..."
"Wissen Sie, was das kostet, so einfach auf der Autobahn stehen zu bleiben?"
- "Nein..."
"Steigen Sie mal ein. Eh Sie hier noch einer über den Haufen fährt."
Bringt mich die Polizei also zu meinem Auto zurück, hält mir Vorträge darüber, dass ich froh sein kann, den normalen und nicht den Autobahn-Polizisten in die Hände gefallen zu sein, weil die für liegen bleiben 35 Euro Strafe berechnen, und dass ich in Zukunft mal auf meine Tankanzeige achten soll. Und zwar rechtzeitig. Dankeschön. Kommt nicht wieder vor.
Wednesday, January 31, 2007
Des Deutschen liebstes Kind
„Merkel jetzt auch Auto-Kanzlerin“ titelt heute die Berliner Zeitung. Mir ist bei meiner täglichen Frühstücks-Lektüre fast das Nutellabrot im Hals stecken geblieben. Ich meine, ich mag die Merkel. Das ist meine Pflicht als Frau und Ossi. Aber was sie da gerade tut, ist die dämlichste Aktion seit Beginn ihrer Amtszeit: Sie stellt sich im Streit um neue Abgasnormen auf die Seite der deutschen Autobauer.
Der Sachverhalt: Die EU will ab 2012 einen einheitlichen Durchschnitts-Grenzwert für den CO2-Ausstoß von Neuwagen. Der soll bei 120 Gramm Kohlendioxid je Kilometer liegen. Ob das jetzt viel oder wenig ist, mag ich kaum beurteilen, verständlich ist es aber, Klimaschutz und so. Und was tun die deutschen Autobauer? Ningeln, dass die Grenze zu streng ist. Und drohen. Mit Arbeitsplatzabbau.
Aber mal Hand aufs Herz. Da ist eine Sache, die will mir als bekennender Kapitalistin einfach nicht ins Hirn. Warum zur Hölle stemmen sich die deutschen Autobauer so gegen den Fortschritt? Die schießen sich doch selbst in den Fuß. Ich meine, wer kauft denn in 10 Jahren noch ein Auto, was einen Spritverbrauch von 8, 10 oder noch mehr Litern auf 100 km hat? Das kann sich doch kein Mensch mehr leisten. Und vielleicht achtet auch der eine oder andere Autokäufer auf den CO2-Wert. Die Holländer auf jeden Fall, nachdem sie alle flüchten mussten, als wegen der globalen Erwärmung die Polarkappen schmolzen und die Niederlande komplett überschwemmt wurden. Und über 16 Millionen Holländer sind ein ganz schön großer Absatzmarkt für schadstoffarme Autos.
Abgesehen davon, und das weiß ich aus dem grandiosen Film, den ich am Montag gesehen habe: Japan hat viel strengere Schadstoffnormen als Europa. Das heißt, wir können jetzt schon keine 7er BMWs in den fernen Osten exportieren. Und 127 Millionen Japaner wären ein ganz schön großer Absatzmarkt für deutsche Autos.
Statt dessen fahren umgekehrt die Deutschen japanische Autos, ich zum Beispiel. Und wenn ich mir den Vergleich erlauben darf, was Spritverbrauch und CO2-Emission angeht: Mein Toyota Aygo verbraucht laut Herstellerangabe 4,6 Liter auf 100 Kilometer (in der Praxis ca 5,5). Der VW Fox dagegen verbraucht – laut Herstellerangabe – 6 Liter. Dabei hat er sogar weniger KW! Noch krasser ist der Unterschied beim Kohlendioxid-Ausstoß: 109 g/km (Aygo) gegen 143 g/km (Fox). Sorry, der Punkt geht an die Japaner.
Und hier sieht man auch den Grund für die Fortschrittsfeindlichkeit: Sogar der allerkleinste VW liegt absolut jenseits der angepeilten EU-Durchschnittsnorm, die bei 120 g/km liegen soll. VW müsste also forschen, investieren, weiter forschen und zwar fleißig, um hier mithalten zu können. Die Japaner dagegen könnten ihre Autos einfach so lassen, wie sie sind, und dürften sie 2012 immer noch nach Europa exportieren. Junge, die sind uns meilenweit voraus.
Aber ist das ein Grund, Lobbyarbeit gegen geplante EU-Normen zu betreiben? Nö, im Gegenteil! Wenn die deutschen Autobauer nicht mitziehen, verkaufen sie halt irgendwann keine Autos mehr. Und die Branche stirbt komplett. Also, beißt gefälligst in den sauren Apfel! Und Merkel sollte sich da raus halten. Sonst ist sie irgendwann Schuld, dass deutsche Autos kein bisschen konkurrenzfähig sind. Und was dann? Importstopp für ausländische Ware, um die Branche zu retten? Wir sind doch nicht im Mittelalter.
Friday, November 24, 2006
Susi vs. Suzuki (Teil II)
Jetzt kommt der Clou: Der neue Suzuki Swift kommt ohne Zündschlüssel aus. Statt dessen hat er eine kleine Fernbedienung mit so zwei Knöpfen zum auf- und zuschließen – okay, ich gebe zu, das ist nichts neues. Neu ist, dass ich diese Knöpfe nicht drücken muss. Es reicht, das Ding irgendwo in Nähe zu haben – Jackentasche, Handtasche, implantiert in der Arschbacke oder was weiß ich. Dann lässt sich die Tür wie von Zauberhand öffnen. Und wenn man einmal drin sitzt, dreht man einfach so einen komischen Knauf und das Ding springt an. Ohne Schlüssel.
Sowas muss doch irgendwo einen Haken haben, dachte ich mir, und malte mir folgende Szenarien aus: Mein Auto parkt vor der Haustür, mein Schlüssel liegt wenige Meter entfernt auf der Fensterbank. Jemand kommt, öffnet problemlos die Tür, steigt ein und fährt los. Au Backe. Oder: Ich hab den Schlüssel in meiner Reisetasche verstaut, lass diese aber in meiner Verpeiltheit stehen und fahr ohne sie los. Bleibt der Suzuki dann stehen, sobald er außer Reichweite des Schlüssels kommt, und ruft automatisch die Polizei? Oder, schlimmer noch – explodiert einfach?
Naja, dachte ich mir, ist ja nur ein Leihwagen, testen wir das. Test eins: Schlüssel in drei Meter Entfernung abgelegt und versucht, die Tür zu öffnen. Geht nicht. Zwei Meter? Immer noch nicht. Weniger als ein Meter muss es sein, damit sich die Tür öffnen lässt. Sehr beruhigend. Test zwei: Schlüssel in Tasche gepackt und Tasche draußen liegen lassen, Tür geschlossen und versucht, los zu fahren. Geht nicht. Tasche unter das Auto gelegt, um Entfernung zu verkürzen – geht auch nicht. Tasche in den Kofferaum geworfen – kann Motor dennoch nicht starten. Tasche auf der Rückbank oder auf dem Beifahrersitz: Kein Problem.
Thumbs up!
Susi vs. Suzuki (Teil I)
Wie einige schon bemerkt haben werden, fahre ich momentan einen nagelneuen Suzuki Swift. Das heißt, momentan fahre ich ihn natürlich nicht, denn schreiben am Steuer ist gefährlich, sollte man nicht machen. Sind Laptops auf dem Autofahrerschoß eigentlich verboten, also bußgeldpflichtig? Fürs Telefonieren mit dem Handy muss man ja schon seit ner Weile blechen. Sollten Laptops straffrei sein, richte ich mir im Auto VoIP ein. Wie auch immer: In einer Stunde muss ich den Suzuki wieder abgeben und gegen einen nagelneuen Toyota eintauschen, was mich im Grunde freut. Zeit also für ein Review.
Von außen ist der neue Suzuki Swift hässlich wie die Nacht, besonders mein Exemplar. Orange-metallic, wer diese Farbe erfunden hat, den sollte man verklagen. Außerdem ist er prinzipiell recht kastenförmig und mein Modell hat sogar einen Heckspoiler – seh ich aus, als hätte ich einen Heckspolier nötig? Mag sein, dass ich mit dem Design besonders kritisch bin – schließlich war mein erstes Auto auch ein Suzuki Swift, allerdings Baujahr 1996 statt 2006. Der war flach und schnittig und man saß schön tief in den Sitzen. Heutzutage ist der Anspruch an ein Auto eher: Hoch sitzen (wegen dem Überblick und damit die älteren Fahrer auch wieder aussteigen können) plus Kopffreiheit. Scheiß Überalterung der Gesellschaft, aber ich will ja keine Rentner diskriminieren.
Sitzt man erst mal drin, vergisst man allerdings schnell, worüber man sich beim von-außen-betrachten noch geärgert hat. Sportliches Design, trotz allem sehr bequeme Sitze, und so weiter. Kurz, es sieht nicht nach einem popeligem Kleinwagen aus. So, was noch? Achja, Bedienung und Fahrverhalten. Nett. Keine wesentlichen Unterschiede zu meinem Aygo, bei beidem. Intuitive Bedienung, liegt gut auf der Straße, hat zu wenig PS. Wobei ich dem Suzuki vielleicht 10 Pferde mehr zutraue, merkt man beim bergauf fahren und so – ich muss mal eben den Fahrzeugschein holen.
75 kW, meine Fresse. Ich kann mir zwar nie merken, wie viel mein Toyota hatte, aber 75 waren es nicht. Punkt für den Suzuki. Noch ein Punkt, weil der Tacho bis 200 geht – werd nachher noch testen, ob er die auch fährt. Punktabzug gibt’s für die Radiobedienung. Nett ist, dass es zu diesem Zweck Knöpfe am Lenkrad gibt. Und auch der Sound ist, naja, ganz okay. Für die Serienausstattung jedenfalls sehr akzeptabel. Und man kann die Lautstärke von Radio und CD getrennt einstellen, toll, eine Revolution. Was gar nicht rockt, ist die Zeitverzögerung beim Umschalten zwischen Radio und CD – würde es noch länger dauern, könnt ich auch gleich das nächste Lied abwarten statt bei nichtgefallen des Programms auf CD umzuschalten. Oder ich stell mir ein Kofferradio auf den Beifahrersitz, das reagiert schneller.
Fortsetzung folgt – und dann kommt der Clou: Das Auto braucht nämlich keinen Schlüssel.
Monday, November 20, 2006
Ich und die Automafia
Gott sei Dank kann man sich im Kapitalismus seinen fahrbaren Untersatz aussuchen. Das war nicht immer so. Im Wirtschaftssystem formerly known as GDR musste man im Schnitt zwölfeinhalb Jahre warten und bekam dann ein eierschalenfarbenes Pappauto. Die Zeiten sind vorbei. Heute marschiert man in eines von 23 Autohäusern im Umkreis von 50 Kilometern, lässt sich das Objekt seiner Begierde hübsch einpacken und nimmt es mit nach Hause. Fast so einfach wie an der Käsetheke. Theoretisch. Denn wer hier fleißig mit liest, weiß, dass mein kleines Auto vor zwei Wochen von einem anderen gerammt wurde. Und weil es, als es so vor meiner Haustür rumstand, längst nicht mehr in Seidenpapier eingewickelt war, hat das gute Stück jetzt zwei ordentliche Dellen. Eine dort, wo einst der Motorraum war, und eine am Heck.
Nun begab es sich, dass ich ob dieses Umstandes ein wenig besorgt war und meinen Autohändler anrief. Mein Lieblingsmitglied der Toyotamafia, bei dem meine ganze Familie Stammkunde ist. Und er sprach: Sorge dich nicht, verehrte Kundin, ich regle das. Du bekommst ein neues Auto. Eigentlich steht dir ja nur ein gebrauchtes zu, aber ich krieg bei der Versicherung schon ein niegelnagelneues durch, ich kenne doch die Tricks. Du kannst ja nichts dafür, lehn dich zurück, schau zu, und wenn die Sache in zwei Wochen nicht durch ist, schenke ich dir sogar einen Leihwagen. Ich glaubte ihm und dachte: Wenn Toyota so nett zu mir ist, müssen die an dem Totalschaden ja richtig viel verdienen. So viel, dass die ihre Autos reihenweise zu Schrott fahren müssten.
So wartete ich also ab und freute mich viereckig, dass ich bei der ganzen Sache noch gut zu machen schien. Bis die Freude am vergangenen Donnerstag getrübt wurde. „Ihr neues Auto ist jetzt da, ich kann es gleich anmelden gehen. Wir müssen nur noch über die Finanzierung sprechen“, hieß es. Moment – Finanzierung? Tatsache: Entweder stand eine saftige Ratenerhöhung an, oder ein dreimal so hohen Zinssatz. Autsch. Die Wut trieb mich und meine Stammkundenfamilie zum persönlichen Gespräch mit dem Paten. Und endlich scheint der Fall gelöst: Es gibt weder nen Horrorszenario noch ein Happy End. Ich muss zwar erst mal – für meine bescheidenen Verhältnisse – saftig drauf zahlen, bekomme aber am Ende einen fabrikneuen Wagen. Ist ja auch irgendwo ne Geldanlage, nicht wahr, so kann ich mir es schön reden. Und bis Freitag fahr ich mal wieder einen Suzuki.
Sunday, November 05, 2006
Rest in peace
Am Samstag morgen gegen halb 4 werde ich von einem Krachen wach, als ginge draußen die Welt unter. Ich hab keine Ahnung, was abgeht. Überlege kurz, mich einfach wieder umzudrehen, aber schau dann doch mal aus dem Fenster. Draußen flucht jemand. Mein Auto klebt an der Hauswand, ungefähr 7 Meter von der Stelle entfernt, wo ich es am Abend vorher abgestellt hatte. Motorhaube an Motorhaube klebt ein alter Citroen dran. Ich rufe die Polizei, gehe raus, klär den Fahrer des Citroens auf, dass er da wohl grade Scheiße gebaut hat, und dass dieser süße kleine Toyota im übrigen meiner ist. Er entschuldigt sich. Absurd? Ja. Er schwankt und sagt nix weiter. Zwei Minuten später ist der Streifenwagen schon da, die waren eh grad in der Nähe. Personalien aufnehmen, Typen zum Bluttest bringen, meine Zeugenaussage aufschreiben. Verletzt ist keiner, aber beide Autos sind hin, Totalschaden. Kurz nach fünf kommt der Abschleppdienst und entfernt den Schrotthaufen. Ich hoffe immer noch darauf, gleich aufzuwachen. Tu ich aber nicht. Fuck.
